Klingentalkirche Basel

Wettbewerb

 

Die säkularisierte, gotische Kirche eines ehemaligen Klosters wurde in den Gebäudekomplex der 1863 erstellten Kaserne integriert. Geschossdecken und Trennwände wurden eingezogen und der Kirchenbau der Kaserne-Nutzung untergeordnet. Nach der Schliessung der Kaserne ab 1963 dient das gesamte Areal heute als ein belebtes, niederschwelliges Kulturzentrum der Stadt. Die in die Kirche eingebauten Räume werden als Künstlerateliers genutzt.
Durch die Einbauten aus dem 19. Jahrhundert ging die Lesbarkeit der ursprünglichen Dimensionen und die Wirkung des Kirchenraumes vollständig verloren; eine zusammenhängende innere Raumeinheit ist nicht mehr erkennbar. Aus der zeitlichen Distanz heraus werden jedoch heute beide Teile als Zeugen ihrer Zeit als erhaltenswert erachtet; ein Rückbau vor die Kaserne-Nutzung wurde nicht erwünscht. Die Aufgabe war es vielmehr, die Struktur und Nutzung beizubehalten und zu modernisieren. Es sollten auch ein Aufzug und Sanitärzellen sowie im Erdgeschoss ein Gemeinschaftsraum mit Foyer und eine Ausstellungshalle eingebaut werden.
 
Konzept
Die Positionierung von Gang- und Nutzungszonen wird von der vorhandenen Kasernenstruktur übernommen. Mit der Verlegung des Ausstellungsraums in den Chorbereich bietet sich die neu Möglichkeit einen zusammenhängenden Raum zu schaffen, welcher die ursprüngliche Ausdehnung des Chorraumes zeigt. Der befreite Grundriss bietet eine grosse Palette an Varianten im Umgang mit Ausstellungsexponaten.
Der Abschluss des Chors soll ebenfalls in seiner Erscheinung erlebbar gemacht werden. Mit dem Durchbrechen der Geschossdecken in diesem Bereich wird die ganze Höhe des Innenraums bis ins Gewölbe sichtbar. Über eine einläufige Treppe werden die verschiedenen Ebenen miteinander verbunden. Die Ateliergeschosse erhalten jeweils am Ende eine offene Galerie mit Blick auf und durch die Verglasung im Chorhaupt. Im obersten Geschoss wird der Blick frei auf das Gewölbe .Der ganze Atelierbereich wirkt somit formal wie ein in den Kirchenbau eingeschobener Körper. In der Leutkirche wird der Lift und Sanitärbereich zu einer verdichteten Zone zusammengefasst.
 
Architektonische Promenade
Mit der Öffnung im Chorhaupt und der Einführung einer zusätzlichen Treppe wird die Grundlage für eine architektonische Promenade durch die ganze Klingentalkirche geschaffen. Ein Gang durch die Jahrhunderte zwischen Kloster, Kaserne und Kunst wird angeboten; Zeit und Raum werden erlebbar. Nachts kann auch von aussen der Abschluss des Chors mit seiner Gesamthöhe über die Beleuchtung sichtbar gemacht werden; das Chorhaupt erhält dadurch die Wirkung einer leuchtenden Laterne.